Wenn es nach Jürgen Eschert geht, dann steigen deutsche Paddel-Asse am Sonnabend (14 Uhr) bei der 6. Auflage des Potsdamer Kanalsprints gleich paarweise ins Boot. „Als Novum für die spektakulären Wettfahrten durch Potsdams historische Mitte haben wir uns ein Mixed-Rennen im Zweier-Kajak ausgedacht“, so der Erfinder des Kanalsprints und Chef des Fördervereins des KC Potsdam. Das besondere Duell lautet: Ronny Rauhe/Fanny Fischer gegen Tim Wieskötter/Nicole Reinhardt. Beide Paare sind auch privat liiert. Die Olympiasieger Rauhe und Fischer gelten seit kurzem als das neue Traumpaar der Kanuten. „Wir haben in den letzten ein, zwei Jahren viel Zeit miteinander verbracht, dann hat es sich so ergeben“, hatte Fanny Fischer kürzlich über ihre Beziehung gesagt.
Bei Tim Wieskötter und der 24-jährigen Nicole Reinhardt, die aus dem südhessischen Lampertheim kommt und schon eine Weile in Potsdam mittrainiert, paddelte bereits bei Olympia in Peking die Liebe mit. „Gefunkt hatte es zwischen uns bei der Heim-WM 2006 in Duisburg“, sagte der 31-jährige Wieskötter.
Ob der Sprint der Kanu-Pärchen über die 200 Meter überhaupt zustande kommt, ist indes fraglich. Rekordmeister Ronny Rauhe dämpft die hoch gesteckten Erwartungen: „Der Bluterguss im Oberschenkel macht mir immer noch zu schaffen“, sagte der Athlet, der trotz dieses Handicaps am Wochenende im nordspanischen Trasona EM-Zweiter im Sprint geworden war. „Ich bin ständig unter ärztlicher Beobachtung. Medikamente, Reha-Maßnahmen und Lymphdrainagen sollen meinen Zustand verbessern“, will der Potsdamer nicht die WM-Teilnahme aus dem Blickfeld verlieren. „Die Gesundheit steht im Vordergrund“, so Rauhe weiter, „fahren Fanny und ich, dann brauchen wir vorher kein gemeinsames Training.“
Konnten die Organisatoren im Vorjahr rund 6000 begeisterte Zuschauer zum Vergleich der beiden Kanu-Nationen Ungarn und Deutschland – der Gastgeber gewann – an den Kanal locken, so werden die Rennen der Kajaks und Canadierboote diesmal nicht minder international. „Wir haben Sprintspezialisten aus Australien dabei, die sich in Europa auf die WM in Poznan vorbereiten. Auch ein schwedischer Starter hat gemeldet“, erzählt Organisator Jürgen Eschert, der auch das Gros der deutschen Nationalmannschaft für das Kanu-Rennsportereignis zusammentrommeln konnte.
Insgesamt sieben Sieger werden aufs Treppchen steigen – drei von den Einerbooten, die übrigen von den Zweiern beider Disziplinen. (Von Ralf Thürsam)