Deutlich mit 109:207 haben die deutschen Schwimmer, unter ihnen Jaana Ehmcke, Lucien Haßdenteufel, Yannick Lebherz und Felix Wolf aus der Potsdamer Trainingsgruppe von Jörg Hoffmann, am Wochenende in Swansea den Länderkampf gegen Großbritannien verloren. Doch trotz der klaren Niederlage fand Trainer Hoffmann nach der Rückkehr lobende Worte über den ersten Wettkampf nach dem Verbot der Hightech-Anzüge. „Das Endergebnis täuscht ein wenig, in vielen Läufen ging es doch recht eng zu“, berichtete der einstige Freistil-Weltmeister.
Zudem hätten sich die Schwimmer beider Verbände in einem unterschiedlichen Trainingszustand befunden. „Während sich unsere Athleten langfristig auf die Europameisterschaften im Sommer in Budapest vorbereiten, konzentrieren sich die Briten auf die Commonwealth Games, für die bereits in drei Wochen die Qualifikation stattfindet“, erklärt der 40-Jährige die Diskrepanz.
Wacker schlugen sich die deutschen Herren um Weltmeister Paul Biedermann aus Halle, der über 100, 200 und 400 Meter Freistil gewann. Siege konnten auch der für Saarbrücken startende Lucien Haßdenteufel über 200 Meter Rücken (2:01,85 Minuten) und der Darmstädter Yannick Lebherz über 200 m Lagen feiern (2:03,52). Hier wurde Haßdenteufel Zweiter. „Er ist zweimal Bestzeit geschwommen“, lobte Hoffmann seinen Schützling. Felix Wolf vom Potsdamer SV wurde über 200 m Rücken Dritter und über 100 m Rücken Vierter. „Er hat schlecht angeschlagen“, erklärte sein Trainer. Zudem konzentriert sich Wolf derzeit verstärkt um die Schule, in der die Abiturprüfungen anstehen. „Das muss man akzeptieren.“
Weniger gut kamen in Swansea die deutschen Schwimmerinnen zurecht. In Abwesenheit von Doppel-Olympiasiegerin und -Weltmeisterin Britta Steffen aus Berlin lief wenig zusammen, auch Jaana Ehmcke (Potsdam) konnte sich diesem Trend nicht entziehen. „Sie hatte mit sich selbst zu kämpfen. Doch nach ihren guten Trainingsergebnissen bin ich entspannt“, sagte Hoffmann. Generell sei der Länderkampf positiv zu bewerten, „auch wenn wir einiges Lehrgeld bezahlen mussten“, schlussfolgerte der Trainer.
Im März werden die Potsdamer Asse an einem Trainingslehrgang des Verbandes in Teneriffa teilnehmen, vom 10. bis 30. Mai ist ein Höhencamp geplant. Es folgen die deutschen Jahrgangsmeisterschaften und die Titelkämpfe über die langen Strecken. Nach einem weiteren Camp in der Sierra Nevada geht es dann vom 30. Juni bis 4. Juli bei den deutschen Meisterschaften in Berlin um die Tickets für die EM in Budapest. (Von Jens Trommer)